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Maria Kirchental: Gastfreundschaft ja. Falsche Darstellungen nein.

vor 19 Stunden
5 Min. Lesezeit

Unsere Stellungnahme zur Jubiläumsfeier am 13. September 2026 und zur anschließenden Berichterstattung


Wir führen den Gasthof Maria Kirchental mit dem Anspruch, Menschen willkommen zu heißen. Pilger, Einheimische, Wanderer, Familien, Vereine und Urlaubsgäste sollen sich bei uns wohlfühlen. Dafür arbeiten wir, dafür geben wir unser Bestes – und daran wollen wir gemessen werden.


Umso schwerer wiegt eine Berichterstattung, die den Eindruck erweckt, wir hätten Festgästen unvermittelt die Bewirtung verweigert und Pilger grundlos vor die Tür gesetzt. Schlagzeilen wie jene der Kronen Zeitung, wonach der Wirt Musikanten und Pilger aus dem Gasthaus geworfen habe, zeichnen ein Bild, dem wir entschieden widersprechen.


Wir bestreiten den Polizeieinsatz nicht. Wir bestreiten die Darstellung seiner Hintergründe und seines Ablaufs. Eine polizeiliche Räumung unseres Saals hat nicht stattgefunden. Und unsere Kündigung des Pachtvertrags war bereits Wochen vor der Jubiläumsfeier ausgesprochen – nicht erst als Folge dieses Abends.


Wir möchten deshalb unsere Darstellung des Geschehens offenlegen und die wesentlichen Punkte richtigstellen.


Es gab Absprachen – keine willkürliche Entscheidung am Abend

Veranstalterin und Auftraggeberin der Einkehr der geladenen Gäste war die Oase des Friedens. Mit ihrer Ansprechpartnerin waren der Beginn der Bewirtung um 16:15 Uhr und die letzte Getränkebestellung um 18:30 Uhr vereinbart. Diese Zeiten hatten wir durch Aushänge und Vorabmitteilungen an Vereinsobmänner und Gäste kommuniziert. Es handelte sich also nicht um einen zeitlichen Rahmen, den wir erst während der Feier spontan festgelegt hätten.


Speisen und Getränke wurden von uns bis 18:30 Uhr bereitgestellt und ausgegeben. Der Darstellung, die Bewirtung sei bereits um 17:30 Uhr eingestellt worden, widersprechen wir ausdrücklich.


Auch vorbereitet waren wir: Für die gebuchten 290 Gäste hatten wir Waren, Personal und die notwendige Organisation bereitgestellt. Wir hatten diese Veranstaltung angenommen, um ihre Teilnehmer zu bewirten – nicht, um sie abzuweisen.


Warum wir die Polizei gerufen haben

Gegen 18:30 Uhr befanden sich noch etwa 25 bis 30 Personen aus den Reihen der Musikanten und Bauernschützen im Biergarten. Nach 18:30 Uhr schenkten wir keinen weiteren Alkohol aus. Die verbliebenen Gäste wurden darauf hingewiesen und gebeten, die Veranstaltung bis 19:00 Uhr zu verlassen.


Im weiteren Verlauf wurden wir nach unserer Wahrnehmung von mehreren sichtlich alkoholisierten Personen bedrängt und mehrfach bedroht. Wir sprachen daraufhin ein Hausverbot gegen die betreffenden Personen aus, das nicht beachtet wurde. Erst wegen dieser Situation riefen wir die Polizei, um eine weitere Eskalation zu vermeiden und Unterstützung zu erhalten.


Wir verschweigen also nicht, dass wir Personen zum Verlassen des Betriebs aufgefordert haben. Aber zwischen dem Durchsetzen einer solchen Aufforderung nach Bedrängungen und Bedrohungen und dem grundlosen Hinauswerfen von Pilgern besteht ein erheblicher Unterschied.


Gastfreundschaft bedeutet nicht, sich bedrohen lassen zu müssen. Auch nicht an einem Festtag.


Diese Schilderung richtet sich ausdrücklich nicht pauschal gegen eine Musikkapelle, einen Schützenverein oder deren Mitglieder. Es geht um das von uns erlebte Verhalten einzelner Personen in einer konkreten Situation.


Welche Darstellungen in den Medien wir beanstanden


Salzburger Nachrichten

Im Artikel vom 17. September steht die uneingeschränkte Zwischenüberschrift „Polizei räumte den Saal“. Im Text wird Pfarrer Goran Dabic die Aussage zugeschrieben, die Polizei sei gegen 17:30 Uhr erschienen und habe den Gasthof geräumt. Außerdem wird berichtet, die Bewirtung sei bereits um 17:30 Uhr eingestellt und der zeitliche Rahmen nicht vorab kommuniziert worden.  


Diesen Darstellungen widersprechen wir. Es gab keine polizeiliche Saalräumung. Die von uns geschilderte Konfliktsituation und unser anschließender Polizeiruf lagen erst nach 18:30 Uhr. Auch die Behauptung einer fehlenden Vorankündigung steht im Widerspruch zu den von uns getroffenen Absprachen und Mitteilungen.  

Eine behauptete Saalräumung ist keine nebensächliche sprachliche Zuspitzung. Sie beschreibt einen anderen Vorgang als den, den wir erlebt haben.


Kronen Zeitung

Die Krone titelt „Wirt schmiss Musikanten und Pilger aus Gasthaus“. Im Artikel wird darüber hinaus dargestellt, wir hätten die Polizei gerufen und das Gasthaus räumen lassen. Zugleich enthält der Beitrag unseren Hinweis auf vorab festgelegte Bewirtungszeiten.


Unsere Kritik richtet sich gegen die Verkürzung auf einen angeblich unwilligen Gastgeber, der Festgäste loswerden wollte. Diese Darstellung lässt den entscheidenden Unterschied zwischen einer allgemeinen Abweisung von Gästen und unserer Reaktion auf einen konkreten Konflikt verschwimmen. Genau dieser Unterschied gehört aber zur Geschichte.


Heute.at veröffentlicht den Beitrag unter der Überschrift „Kirchenwirt knallhart – kein Essen für Pilger & Kapelle“ und übernimmt die Darstellung einer um 17:30 Uhr beendeten Bewirtung sowie eines anschließenden Räumens des Gasthofs. Dabei bezieht sich der Beitrag ausdrücklich auf die Salzburger Nachrichten und dort wiedergegebene Aussagen.


Auch diese Darstellung weisen wir in den genannten Punkten zurück. Die Übernahme einer strittigen Schilderung aus einem anderen Medium ist keine zusätzliche, unabhängige Bestätigung ihres Wahrheitsgehalts.


5 Minuten

Der Beitrag von 5 Minuten vermittelt bereits im Einstieg, der Gasthof sei nach der Jubiläumsfeier „ohne Pächter“. Im Text wird der Pachtvertrag als bereits durch die Erzdiözese beendet dargestellt. Zwar erwähnt der Artikel auch unsere zuvor ausgesprochene Kündigung; zugleich verbindet er den Polizeieinsatz und die Vertragsbeendigung zu einer Darstellung, die den tatsächlichen zeitlichen Zusammenhang unserer Entscheidung nicht deutlich macht.


Hier ist eine klare Unterscheidung notwendig: Eine schon zuvor erklärte Kündigung ist nicht dasselbe wie ein durch den Vorfall plötzlich pächterlos gewordener Betrieb.


Unsere Kündigung stand bereits vor der Jubiläumsfeier fest


Wir haben den Pachtvertrag bereits vor Wochen von uns aus fristgerecht gekündigt – und damit vor den Ereignissen vom 13. September 2026.


Unsere Kündigung war folglich weder eine Reaktion auf diesen Abend noch ein Ergebnis der anschließenden Berichterstattung. Diese Entscheidung war bereits getroffen und erklärt.


Dass wir selbst bereits gekündigt hatten, bestätigt die Erzdiözese ausdrücklich in ihrer eigenen Pressemitteilung. Auch die Salzburger Nachrichten erwähnen unsere Kündigung und nennen Ende Februar 2027 als reguläres Ende des Pachtverhältnisses.  

Unsere bereits zuvor erklärte Kündigung und die spätere Bewertung des Vorfalls durch die Erzdiözese dürfen nicht zu einer einzigen Ursache-Wirkungs-Geschichte vermischt werden. Wer über die Beendigung unserer Tätigkeit berichtet, sollte diese zeitliche Reihenfolge klar benennen.


Gastfreundschaft und Verantwortung gehören zusammen

Die Erzdiözese betont in ihrer Aussendung, Maria Kirchental sei ein Ort der Gastfreundschaft, der Begegnung und des Miteinanders. Diesen Anspruch teilen wir ausdrücklich.


Gerade deshalb gehört aus unserer Sicht zur Beurteilung dieses Abends auch die Vereinbarung mit der Veranstalterin. Der zeitliche Rahmen war nach unserer Absprache bewusst im Interesse eines ruhigen und geordneten Ablaufs gesetzt worden. Diese Vorgeschichte darf bei der Bewertung unseres Handelns nicht ausgeblendet werden.


Gastfreundschaft ist für uns keine Frage der Herkunft, der Bekanntheit oder der Vereinszugehörigkeit. Wir freuen uns über Einheimische genauso wie über Gäste, die zum ersten Mal zu uns kommen. Musikanten, Schützen und andere Vereinsmitglieder sind selbstverständlich willkommen.


Unser Anspruch ist, gutes Essen, freundliche Bewirtung und einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Dazu gehört aber auch ein respektvoller Umgang miteinander – mit Gästen ebenso wie mit den Menschen, die sie bewirten.

Wir nehmen Kritik ernst. Auch unsere Abläufe dürfen hinterfragt werden. Was wir nicht hinnehmen möchten, ist, dass konkrete strittige Vorgänge durch zugespitzte Schlagzeilen zu einem pauschalen Urteil über unsere Gastfreundschaft werden.


Was wir von einer fairen Berichterstattung erwarten

Wir verlangen keine Schonung und keine unkritische Übernahme unserer Sichtweise. Wir erwarten, dass widersprüchliche Angaben überprüft, Aussagen einzelnen Quellen korrekt zugeschrieben und unzutreffende Tatsachenbehauptungen berichtigt werden.

Dass die Salzburger Nachrichten und die Krone bereits kurze Äußerungen von uns wiedergegeben haben, erkennen wir an. Das ändert nichts daran, dass die hier angesprochenen Aussagen zu Uhrzeiten, Vorankündigung und Polizeieinsatz einer konkreten Überprüfung bedürfen.  


Eine zugespitzte Überschrift ersetzt keine sorgfältige Klärung. Und die Wiederholung einer Behauptung macht sie nicht richtiger.


Wir stehen für eine sachliche Aufklärung zur Verfügung. Uns geht es nicht darum, neue Fronten aufzubauen, sondern darum, dass unser Handeln anhand des tatsächlichen Ablaufs beurteilt wird.


Allen Gästen möchten wir sagen: Ihr seid bei uns willkommen. Wir freuen uns über euren Besuch und geben weiterhin unser Bestes, damit ihr euch bei uns wohlfühlt.

Dafür stehen wir als Gastgeber – mit Herzlichkeit, Einsatz und Verantwortung.


Erst vor kurzem besuchte uns zahlreiche Würdenträger der Erzdiözese anlässlich der alljährlichen Priesterwallfahrt in Maria Kirchental. Zusammen mit Prior Virgil Steindlmüller und zahlreichen Priestern, Ordensmitgliedern sowie auch die Marianische Gemeinschaft "Oase des Friedens" mit Pater Martino und Pater Alessio nahmen daran teil und verweilten bei uns im Gasthof und waren begeistert von der Gastfreundschaft und den kulinarischen Köstlichkeiten. Anschliessend feierten alle gemeinsam die Hl. Messe im Pinzgauer Dom.



Herbert und Constance Russer - Gasthof Maria Kirchental

 
 
 

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